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Prepaid Kreditkarten in Österreich: Sicher und mühelos einkaufen
16,50 Euro pro Jahr kostet die günstigste gängige Prepaid-Kreditkarte in Österreich derzeit, eine andere verbreitete Karte kommt auf umgerechnet 18 Euro im Jahr, bei ansonsten sehr ähnlicher Funktion. Eine Prepaid-Kreditkarte funktioniert im Prinzip wie eine aufladbare Telefonkarte auf reiner Guthabenbasis: Sie wird von den üblichen Kartenorganisationen wie Mastercard oder Visa ausgegeben, verlangt aber anders als eine klassische Kreditkarte kein Einkaufen auf Kredit mit anschließender Monatsabrechnung.
Wie eine Prepaid-Kreditkarte funktioniert
Die Karte wird zuerst aufgeladen, per Online-Überweisung, Banküberweisung oder direkt am Bankschalter, und anschließend lässt sich der aufgeladene Betrag im Internet oder an jedem Terminal einsetzen, das die jeweilige Kartenorganisation akzeptiert. Das Guthaben selbst liegt dabei nicht auf der Karte, sondern auf einem im Hintergrund geführten Konto beim Kartenherausgeber, die Karte ist nur der Zugriffsschlüssel darauf. Die Aufladung erfolgt je nach Anbieter unterschiedlich: klassisch per Banküberweisung mit ein bis zwei Werktagen Verzögerung, bei manchen Anbietern auch per Echtzeitüberweisung oder direkt über die zugehörige App, sodass das Guthaben innerhalb weniger Minuten zur Verfügung steht. Eine Barzahlung am Bankschalter ist bei den meisten reinen Prepaid-Anbietern nicht mehr vorgesehen, anders als es noch vor einigen Jahren üblich war, als Aufladungen häufig auch an Trafiken oder Automaten möglich waren.
Wer eine Prepaid-Kreditkarte bekommt und wer nicht
Im Grunde müssen keine besonderen Voraussetzungen erfüllt werden, um eine Prepaid-Kreditkarte zu erhalten. Es genügt, eine passende Karte auszuwählen, sie zu beantragen und anschließend aufzuladen, meist völlig ohne persönliches Erscheinen bei einer Filiale. Eine Bonitätsprüfung über den Kreditschutzverband KSV1870, wie sie bei klassischen Kreditkarten üblich ist, findet dabei nicht statt, weil die Karte ohnehin nie mehr ausgeben kann, als vorher eingezahlt wurde. Das macht Prepaid-Karten zur einzigen realistischen Option für Personen ohne ausreichende Bonität, ohne regelmäßiges Einkommen oder ohne österreichische Kredithistorie, etwa neu zugezogene Personen. Ein Mindestalter gilt trotzdem, je nach Anbieter zwischen 14 und 18 Jahren. Selbständige mit stark schwankendem Einkommen, die bei ihrer Bank keine reguläre Kreditkarte mit Kreditrahmen bewilligt bekommen, greifen aus demselben Grund häufig zur Prepaid-Variante, um trotzdem online einkaufen oder Geschäftsreisen bezahlen zu können.
Sicherheit durch das Guthabenprinzip
Zu den größten Vorteilen einer Prepaid-Kreditkarte gehört die Sicherheit im Verlustfall. Da die Karte auf Guthabenbasis funktioniert, bleibt ein möglicher Schaden bei Verlust oder Diebstahl auf das aktuell aufgeladene Guthaben begrenzt. Bei einer klassischen Kreditkarte mit hohem Verfügungsrahmen kann ein Missbrauch dagegen deutlich teurer werden, bevor die Sperre greift. Wer nur so viel Guthaben auflädt, wie ein konkreter Einkauf oder eine Buchung kostet, hält das eigene Risiko dadurch von vornherein klein, was die Karte auch für Reisen attraktiv macht, bei denen ein Kartenverlust im Ausland ohnehin schon genug Ärger mit sich bringt, ohne dass zusätzlich noch ein hoher finanzieller Schaden droht.
Kostenkontrolle statt Dispo-Falle
Ein weiterer Vorteil ist die Ausgabenkontrolle. Bei einer klassischen Kreditkarte kommt die gesamte Rechnung erst am Monatsende, wer den Überblick verliert, rutscht mit dem Girokonto schnell ins Minus, wo dann Überziehungszinsen von häufig um die 10 Prozent anfallen. Eine Prepaid-Karte kann von vornherein nur das ausgeben, was vorher aufgeladen wurde, eine Verschuldung über die Karte selbst ist damit ausgeschlossen. Gerade für Jugendliche und junge Erwachsene, die zum ersten Mal bargeldlos bezahlen, ist das ein Argument, das schwerer wiegt als ein etwas höherer Jahrespreis.
Was eine Prepaid-Kreditkarte in Österreich kostet
Gratis ist diese Sicherheit nicht. Die Prepaid Mastercard RED von Paylife kostet als Produktgebühr 49,50 Euro für drei Jahre, umgerechnet 16,50 Euro pro Jahr, dazu kommen 1 Prozent Aufladegebühr sowie 3,3 Prozent bei jeder einzelnen Bargeldbehebung am Bankomaten. Die Prepaid Card von Card Complete verlangt 1,50 Euro monatliche Verwaltungsgebühr, umgerechnet 18 Euro im Jahr, dafür sind die ersten beiden Bargeldbehebungen im Jahr kostenlos, jede weitere Behebung danach kostet 3 Euro (Capitalo, Prepaid-Kreditkarte Österreich). Vor dem Vergleich lohnt sich deshalb ein Blick auf mehrere Kostenpunkte gleichzeitig, nicht nur auf die Jahresgebühr allein:
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Fällt eine Jahres- oder monatliche Verwaltungsgebühr an?
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Wie hoch ist die Gebühr für eine Aufladung?
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Was kostet eine Bargeldbehebung am Bankomaten, und sind die ersten Behebungen kostenlos?
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Fällt bei Zahlungen in Fremdwährung ein zusätzlicher Aufschlag an?
Die aktuellen Anbieter im Überblick
Der Markt für Prepaid-Kreditkarten in Österreich hat sich in den vergangenen Jahren spürbar konsolidiert und wird derzeit vor allem von zwei klassischen Anbietern geprägt: der Paylife Mastercard RED und der Prepaid Card von Card Complete, die häufig über die eigene Hausbank vermittelt wird, etwa bei Kundschaft der Erste Bank, der Raiffeisenbanken oder der BAWAG (How to Austria, Prepaid-Karten in Österreich). Traditionelle Filialbanken wie die Bank Austria oder Raiffeisen führen eigenständige Prepaid-Produkte inzwischen kaum noch im eigenen Namen, sondern verweisen ihre Kundschaft stattdessen auf diese beiden etablierten Kartenherausgeber.
Prepaid-Karte oder Debitkarte: der technische Unterschied
Neben den klassischen Prepaid-Kreditkarten haben sich internationale Anbieter wie Wise, Revolut oder N26 etabliert, die häufig ebenfalls als Alternative zur Prepaid-Karte genannt werden, technisch aber etwas anderes sind. Karten von Revolut und N26 sind reguläre Debitkarten, die direkt vom bestehenden Kontostand abgebucht werden, kein separates Aufladen ist dafür nötig. Beide erfüllen praktisch denselben Zweck wie eine klassische Prepaid-Karte: eine sofort einsatzbereite Karte ohne österreichische Bonitätsprüfung, oft ohne laufende Grundgebühr. Wise wiederum bietet ein Multiwährungskonto mit eigener Debitkarte an, das sich besonders für Zahlungen und Abhebungen in Fremdwährung eignet: Wer Guthaben in einer der über 40 unterstützten Währungen hält, zahlt in dieser Währung ohne Wechselkursaufschlag, die physische Karte kostet einmalig 8 Euro, Bargeldbehebungen bis 250 Euro im Monat sind gebührenfrei, danach werden 2,69 Prozent fällig (Wise, Prepaid-Kreditkarte Österreich). Wer vor allem eine klassische, in Österreich ausgestellte Prepaid-Mastercard sucht, ist mit Paylife oder Card Complete besser bedient, wer international unterwegs ist oder eine Karte ohne Wartezeit braucht, findet bei Wise, Revolut oder N26 oft die unkompliziertere Lösung.
Wo die Prepaid-Karte an ihre Grenzen stößt
Ein Nachteil wird oft erst bei der Buchung selbst sichtbar: Hotels und vor allem Mietwagenfirmen verlangen bei der Anreise häufig eine Kaution, die als Vorautorisierung auf der Karte reserviert wird. Bei einer klassischen Kreditkarte blockiert der Anbieter dafür einen Betrag auf dem vorhandenen Kreditrahmen, ohne ihn sofort abzubuchen, beide Seiten haben damit Sicherheit, dass im Schadensfall genug Deckung vorhanden ist. Eine Prepaid-Karte kann diese Garantie nicht bieten, weil sie ausschließlich über das tatsächlich aufgeladene Guthaben verfügt und keinen Kreditrahmen dahinter hat (ADAC, Prepaid-Kreditkarte). Viele Autovermieter lehnen Prepaid-Karten deshalb als Kautionsnachweis grundsätzlich ab, manche Hotels ebenso. Wer eine Reise mit Mietwagen plant, sollte das vor der Buchung direkt beim Anbieter klären, statt sich erst am Schalter vor Ort darauf zu verlassen, dass die Karte akzeptiert wird. Auch bei wiederkehrenden Abbuchungen wie Abonnements kann eine Prepaid-Karte an ihre Grenzen stoßen: Reicht das Guthaben zum Abbuchungszeitpunkt nicht aus, schlägt die Zahlung fehl, während bei einer klassischen Kreditkarte der vorhandene Kreditrahmen solche Engpässe automatisch abfedert.
Was mit dem Guthaben bei einer Insolvenz passiert
Viele Prepaid-Kreditkarten werden nicht von klassischen Banken, sondern von spezialisierten E-Geld-Instituten ausgegeben. Das aufgeladene Guthaben gilt dabei rechtlich als E-Geld, nicht als Bankeinlage, weshalb die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Bank hier nicht greift. Solche Institute brauchen eine Konzession nach dem E-Geldgesetz 2010 und müssen die Kundengelder nach den Sicherungsanforderungen des Paragrafen 18 Zahlungsdienstegesetz 2018 getrennt von ihrem eigenen Vermögen verwahren (WKO, E-Geldgesetz und E-Geld-Institute). Wird ein solches Institut zahlungsunfähig, bleibt das Kundenguthaben durch diese Trennung grundsätzlich vor dem Zugriff der Gläubiger des Instituts geschützt, es handelt sich also um einen anderen, aber nicht automatisch schlechteren Schutzmechanismus als die klassische Einlagensicherung einer Bank. Wichtig ist der praktische Unterschied trotzdem: Während die Einlagensicherung einer Bank im Ernstfall eine Auszahlung innerhalb weniger Werktage aus einem eigenen Sicherungsfonds garantiert, hängt die Rückzahlung von getrennt verwahrtem E-Geld vom konkreten Insolvenzverfahren ab und kann länger dauern, auch wenn das Geld rechtlich nicht verloren ist. Wer bei einem bestimmten Anbieter unsicher ist, ob er als Bank oder als reines E-Geld-Institut auftritt, findet diese Angabe im Kleingedruckten der Kartenbedingungen oder erfährt sie auf direkte Nachfrage beim jeweiligen Kartenherausgeber.
Für wen sich welche Karte eignet
Eine Prepaid-Kreditkarte eignet sich grundsätzlich für alle, die gelegentlich im Internet einkaufen, Flüge oder Hotels buchen oder im Ausland bargeldlos zahlen wollen, ohne dafür eine klassische Kreditkarte zu benötigen. Besonders relevant ist sie für Studierende und junge Erwachsene ohne eigenes regelmäßiges Einkommen, für Selbständige mit schwankendem Einkommen, die keine reguläre Kreditkarte bekommen, sowie für alle, die bewusst nur begrenzte Beträge digital verfügbar halten wollen. Wer regelmäßig größere Beträge über die Karte abwickelt oder Wert auf eine möglichst niedrige Fremdwährungsgebühr legt, sollte die laufenden Kosten der einzelnen Anbieter im Detail vergleichen, weil sich die Unterschiede bei Aufladung, Bargeldbehebung und Auslandseinsatz über ein Jahr durchaus spürbar summieren können.
Nicht geeignet ist eine Prepaid-Karte dagegen für alle, die gezielt eine Kredithistorie in Österreich aufbauen wollen, etwa im Hinblick auf einen späteren Kreditantrag: Da keine Bonitätsprüfung stattfindet und keine Kreditlinie gewährt wird, trägt die regelmäßige Nutzung einer Prepaid-Karte nichts zu einer positiven Bonitätsauskunft beim KSV1870 bei, anders als eine pünktlich bediente klassische Kreditkarte. Für den reinen Alltagsgebrauch, das kontrollierte Online-Shopping und die sichere Bezahlung auf Reisen bleibt dieser Nachteil aber meist zweitrangig gegenüber dem Sicherheitsgewinn durch das Guthabenprinzip.
Stand der Angaben: Gebühren für Paylife und Card Complete nach Capitalo, Stand 2026. Marktüberblick nach How to Austria. Rechtliche Einordnung von E-Geld nach WKO, E-Geldgesetz 2010 und Paragraf 18 Zahlungsdienstegesetz 2018. Gebühren einzelner Anbieter ändern sich laufend, maßgeblich sind die jeweils aktuellen Preisblätter der Kartenherausgeber.