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Versicherung

Die Mopedversicherung - Vergleich der Kosten in Österreich

0 Euro motorbezogene Versicherungssteuer zahlt, wer ein Moped mit bis zu 100 Kubikzentimetern Hubraum oder ein Elektromoped mit maximal 4 Kilowatt Nenndauerleistung anmeldet, die Steuer entfällt für diese Fahrzeuge vollständig (BMF, Stand 2026). Bei der eigentlichen Versicherung sieht die Rechnung anders aus: Auch für ein Moped ist mindestens eine Haftpflichtversicherung Pflicht, und je nach Fahrzeugwert und Diebstahlrisiko lohnt sich oft mehr.

Was rechtlich als Moped gilt

Als Moped gilt in Österreich ein zweirädriges Kraftfahrzeug mit maximal 50 Kubikzentimetern Hubraum und einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 45 Kilometern pro Stunde. Für die motorbezogene Versicherungssteuer zieht der Gesetzgeber die Grenze allerdings nicht bei 50, sondern bei 100 Kubikzentimetern, sodass auch etwas stärkere Kleinkrafträder steuerfrei bleiben. Für Krafträder mit Verbrennungsmotor über 100 Kubikzentimeter greift dagegen die reguläre, nach Hubraum und CO2-Ausstoß gestaffelte Steuer, wie sie im Beitrag zur motorbezogenen Versicherungssteuer im Detail beschrieben ist.

Der Mopedausweis: Klasse AM ab 15 Jahren

Seit der Umstellung auf die Führerscheinklasse AM ist der Mopedausweis kein eigenständiges Dokument mehr, sondern ein regulärer, kartenförmiger Führerschein. Ausgestellt wird er frühestens mit dem 15. Geburtstag, die Ausbildung darf bereits zwei Monate vorher beginnen. Unter 16 Jahren braucht es zusätzlich die schriftliche Zustimmung eines Erziehungsberechtigten. Die Ausbildung umfasst sechs Theorieeinheiten mit anschließender Prüfung, sechs Praxiseinheiten auf einem Übungsplatz und zwei Praxiseinheiten im öffentlichen Verkehr, die theoretische Prüfung besteht aus 45 Multiple-Choice-Fragen, von denen 80 Prozent richtig beantwortet werden müssen (ÖAMTC, Stand 2026). Alte, vor der Umstellung ausgestellte Mopedausweise im Scheckkartenformat bleiben gültig, müssen aber bis 19. Jänner 2033 in den neuen Führerschein umgetauscht werden, im Ausland werden sie schon jetzt nicht mehr anerkannt. Bis zum vollendeten 20. Lebensjahr gilt für alle Lenkerinnen und Lenker der Klasse AM eine Promillegrenze von 0,1, zusätzlich besteht Helmpflicht für Lenker und Beifahrer. Je nach absolvierter Praxisausbildung berechtigt die Klasse AM übrigens nicht nur zum Lenken zweirädriger Mopeds, sondern auch vierrädriger Leichtfahrzeuge, umgangssprachlich Mopedautos genannt, dafür ist zusätzlich eine sechsstündige Praxisschulung nötig. Versicherungstechnisch gilt für ein Mopedauto dieselbe Mindestdeckungssumme wie für ein zweirädriges Moped, wegen des höheren Anschaffungswerts lohnt sich hier aber häufiger ein genauerer Blick auf die Kaskovarianten.

Pflicht ist nur die Haftpflicht, mit hoher Mindestdeckung

Wie bei jedem anderen Kraftfahrzeug ist auch beim Moped ausschließlich die Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben, ohne sie erfolgt keine Zulassung. Die gesetzliche Mindestdeckungssumme liegt bei 7,79 Millionen Euro pro Schadensfall und gilt unabhängig davon, ob es sich um ein Moped, ein Motorrad oder einen Pkw handelt (Arbeiterkammer Oberösterreich, Stand 2026). Teilkasko- und Vollkaskoversicherung bleiben dagegen freiwillig und schützen nicht Dritte, sondern ausschließlich das eigene Fahrzeug. Wegen des im Vergleich zu einem Auto meist geringen Anschaffungswerts eines Mopeds sollte die Entscheidung für oder gegen eine Kaskoversicherung sehr genau am tatsächlichen Fahrzeugwert und am persönlichen Risiko ausgerichtet sein, nicht an einer pauschalen Empfehlung.

Teilkasko fürs Moped: wann sie sich auszahlt

Die Teilkaskoversicherung deckt beim Moped, wie beim Auto, Schäden ab, die von außen kommen: Naturereignisse, Brand, Zusammenstöße mit Tieren und, je nach Tarif, auch Diebstahl. Anders als bei Autos ist Diebstahlschutz beim Moped nicht automatisch in jeder Teilkasko enthalten, sondern wird oft als separater Baustein gegen einen kleinen Aufpreis angeboten. Parkschäden und Vandalismus sind in der klassischen Mopedteilkasko meist ausgeschlossen und müssten gesondert vereinbart werden. Als Faustregel gilt: Eine Teilkaskoversicherung lohnt sich vor allem für Mopeds, die noch keine fünf Jahre alt sind, bei älteren, bereits stark abgeschriebenen Fahrzeugen steht die Prämie oft in einem ungünstigen Verhältnis zum tatsächlichen Zeitwert.

Diebstahlrisiko: Zahlen statt Bauchgefühl

Dass Diebstahlschutz beim Moped kein theoretisches Risiko ist, zeigen die Zahlen des Bundeskriminalamts: 2022 wurden in Österreich 287 Motorräder und 308 Mofas beziehungsweise Mopeds als gestohlen gemeldet, beide Fahrzeuggruppen gerieten damit stärker in den Fokus von Kriminellen als in den Vorjahren (Bundesministerium für Inneres, Stand 2026). Die Wiederauffindungsquote bei Kfz-Diebstählen lag in Österreich 2022 bei unter 20 Prozent, wer sein gestohlenes Moped ohne Kaskoschutz zurückerhält, hat also die Ausnahme, nicht die Regel erwischt. Eine Beispielrechnung mit angenommenen, realistischen Werten verdeutlicht den Zusammenhang: Bei einem Neupreis von 2.800 Euro und einer Grundprämie der Teilkasko von 60 Euro im Jahr kostet ein Diebstahlbaustein mit einem Aufpreis von 15 Prozent rund 9 Euro zusätzlich pro Jahr, über fünf Jahre Haltedauer also 45 Euro. Bei einer Wiederauffindungsquote von nur 20 Prozent liegt der erwartete Verlust im Diebstahlfall ohne diesen Schutz bei rund 2.240 Euro, das sind mehr als 2.190 Euro Unterschied zu den über fünf Jahre gezahlten Zusatzprämien.

PositionBetrag
Diebstahlbaustein pro Jahr (Beispiel)9,00 €
Kosten über 5 Jahre45,00 €
Erwarteter Verlust ohne Schutz bei Diebstahlrund 2.240 €
Ersparnis gegenüber 5 Jahren Zusatzprämierund 2.195 €

Vollkasko fürs Moped bleibt die Ausnahme

Eine Vollkaskoversicherung kommt für ein Moped nur selten in Frage, weil der Kaufpreis meist zu gering ist, um die deutlich höhere Prämie gegenüber der Teilkasko zu rechtfertigen. Sinnvoll wird sie am ehesten bei einem neuwertigen, hochpreisigen Moped ohne geschützten Abstellplatz, bei einer Kredit- oder Leasingfinanzierung, die eine Vollkaskodeckung verlangt, oder für Führerscheinneulinge, bei denen ein selbstverschuldeter Sturz statistisch wahrscheinlicher ist. Junge Lenkerinnen und Lenker müssen dafür allerdings mit spürbar höheren Prämienaufschlägen rechnen, ein Vergleich mehrerer Anbieter lohnt sich hier besonders.

Selbstbehalt und Rabatte: der Verhandlungsspielraum

Bei der Zweiradhaftpflicht sind Selbstbehalte zwischen 300 und 400 Euro je Schadensfall verbreitet, im Gegenzug reduziert sich die Prämie meist um 10 bis 20 Prozent (versichern24.at, Stand 2026). Bei der Kaskoversicherung unterscheidet man zwischen einem generellen Selbstbehalt, der bei jedem Schaden greift, und eingeschränkten Selbstbehalten, die nur bei bestimmten Schadensarten wie Parkschaden oder Vandalismus fällig werden, dafür aber Mehrkosten von bis zu 25 Prozent verursachen können (versichern24.at, Stand 2026). Wie groß der Preisunterschied zwischen den drei Stufen ausfallen kann, zeigt ein Vergleichsbeispiel für ein gängiges 50-Kubikzentimeter-Moped: Reine Haftpflicht gibt es bereits ab rund 80 Euro im Jahr, Teilkasko inklusive Haftpflicht ab rund 125 Euro, Vollkasko inklusive Haftpflicht ab rund 260 Euro (hi-sophia.at, Stand 2026). Der Sprung von der Teilkasko zur Vollkasko kostet in diesem Beispiel mehr als doppelt so viel wie der Sprung von der reinen Haftpflicht zur Teilkasko, ein Hinweis darauf, wie stark sich der zusätzliche Schutz vor selbstverschuldeten Schäden auf die Prämie auswirkt. Manche Tarife rechnen den Selbstbehalt zudem proportional, etwa mit 5 bis 10 Prozent des Schadens statt eines Fixbetrags, ein Detail, das sich bei einem größeren Schaden deutlich auswirkt und deshalb vor Vertragsabschluss geprüft werden sollte.

Winterpause nutzen und Fixkosten senken

Wer sein Moped über den Winter nicht bewegt, kann Kennzeichen und Zulassung bei der Zulassungsstelle hinterlegen und spart für diesen Zeitraum sowohl die motorbezogene Versicherungssteuer, sofern sie überhaupt anfällt, als auch, nach Rücksprache mit dem Versicherer, einen Teil der Haftpflichtprämie. Diese Möglichkeit gilt für Mopeds ebenso wie für Motorräder, bei denen sich Hinterlegung und Saisonkennzeichen als die wirksamsten Hebel gegen unnötige Fixkosten in der stehzeitreichen kalten Jahreszeit erwiesen haben. Wichtig dabei: Die motorbezogene Versicherungssteuer entfällt für ein Moped ohnehin schon während des ganzen Jahres, deshalb bringt die Kennzeichenhinterlegung bei einem klassischen 50-Kubikzentimeter-Moped in erster Linie eine Ersparnis bei der Haftpflichtprämie, nicht bei der Steuer. Wer die Vereinbarung nicht schriftlich mit dem Versicherer klärt, riskiert, während der Standzeit trotzdem die volle Prämie weiterzuzahlen, obwohl das Fahrzeug gar nicht am Straßenverkehr teilnimmt.

Zusatzoptionen: Assistance und Insassenschutz

Neben den drei klassischen Bausteinen bieten viele Versicherer gegen einen Aufpreis in der Größenordnung von 30 bis 50 Euro im Jahr ein Assistance-Paket an, das die Kosten für Abschleppen und Rücktransport nach einem Unfall oder einer Panne übernimmt. Wer bereits Mitglied bei einem Mobilitätsclub mit gültigem Schutzbrief ist, hat diese Leistung meist ohnehin schon abgedeckt und kann sich das Zusatzpaket sparen. Eine Insassen- beziehungsweise Aufsassenversicherung ergänzt die Haftpflicht um einen Baustein, der die Lenkerin oder den Lenker selbst schützt, etwa bei Invalidität oder Tod nach einem Unfall, unabhängig davon, wer den Unfall verschuldet hat. Weil die Kfz-Haftpflicht nur Schäden an Dritten abdeckt, bleibt der eigene Personenschaden ohne eine solche Zusatzversicherung oder eine private Unfallversicherung sonst gänzlich ungedeckt. Gerade bei jungen Lenkerinnen und Lenkern, die häufig ohne umfassende private Unfallversicherung unterwegs sind, schließt eine vergleichsweise günstige Insassenversicherung damit eine Lücke, die im Ernstfall existenziell werden kann, etwa wenn nach einem Sturz langwierige Rehabilitationskosten oder ein dauerhafter Erwerbsausfall drohen und kein anderer Unfallgegner für die Folgen haftbar gemacht werden kann.

Worauf es beim Vergleich ankommt

Weil Prämien und Leistungen zwischen Anbietern für vergleichbare Mopeds erheblich variieren, lohnt sich vor jedem Abschluss ein Blick auf mehrere Angebote, nicht nur auf den günstigsten Jahresbeitrag. Wichtiger als die reine Prämienhöhe sind oft die vereinbarten Selbstbehalte, der Umfang des Diebstahlschutzes und die Frage, ob Assistanceleistungen wie Abschleppen und Rücktransport bereits inkludiert sind oder gesondert gebucht werden müssen. Wer bereits einen gültigen Schutzbrief eines Mobilitätsclubs besitzt, kann sich ein separates Assistance-Paket in der Regel sparen. Sinnvoll ist außerdem, die Angebote nicht nur einmal beim Kauf, sondern auch bei einem bestehenden Vertrag regelmäßig gegenzuprüfen, denn Prämien für vergleichbare Mopeds können sich von Versicherer zu Versicherer im Lauf der Zeit deutlich verschieben, ohne dass sich am eigenen Fahrzeug oder Fahrverhalten etwas geändert hätte.

Stand der Angaben: Befreiung von der motorbezogenen Versicherungssteuer nach BMF, abgerufen im August 2026. Angaben zum Mopedführerschein Klasse AM nach ÖAMTC, abgerufen im August 2026. Diebstahlzahlen 2022 und Wiederauffindungsquote nach dem Magazin “Öffentliche Sicherheit” des Bundesministeriums für Inneres, abgerufen im August 2026. Mindestdeckungssumme nach Arbeiterkammer Oberösterreich. Die Beispielrechnung zum Diebstahlschutz verwendet einen angenommenen, realistischen Fahrzeugwert und eine angenommene Prämie zur Veranschaulichung.

Quellen