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Goldpreisentwicklung 2018 – Prognosen und Ausblick für den Goldpreis

Veröffentlicht am 28. Februar 2014 · zuletzt überarbeitet am 12. August 2026

Im September 2011 kostete eine Feinunze Gold erstmals mehr als 1.921 US-Dollar, ein Rekord, der fast ein Jahrzehnt hielt. Erst im August 2020 wurde er überschritten, als der Preis erstmals über 2.000 Dollar stieg. Am 26. Jänner 2026 lag er bereits bei 5.093 US-Dollar, umgerechnet 4.337,42 Euro (derStandard). Wer verstehen will, warum sich der Kurs so bewegt, kommt mit einer Prognose nicht weiter. Entscheidend sind die Kräfte dahinter: Realzinsen, Zentralbankkäufe und der Dollarkurs. Wer diese drei Treiber kennt, kann die nächste Bewegung selbst einordnen, unabhängig davon, welche Zahl gerade im Ticker steht.

Wie sich der Goldpreis in den vergangenen Jahren entwickelt hat

Die Marke von 1.921 Dollar aus dem September 2011 war lange Zeit unerreicht, getragen vom damaligen Bullenmarkt zwischen 2002 und 2012, den aggressive Zinssenkungen in den USA nach dem Platzen der Technologieblase und später während der globalen Finanzkrise ausgelöst hatten (J.P. Morgan Asset Management). Erst die Coronakrise brachte im August 2020 den nächsten Sprung: Binnen weniger Monate stieg der Preis um mehr als 30 Prozent und überschritt erstmals 2.000 Dollar, weil Notenbanken und Industriestaaten die Märkte mit Liquidität fluteten (ORF). Bis zum 26. Jänner 2026 kletterte der Kurs auf 5.093 Dollar, getrieben von geopolitischen Risiken, anhaltenden Zentralbankkäufen und der Erwartung sinkender US-Zinsen (derStandard). Zwischen diesen beiden jüngeren Marken liegt eine Verdreifachung des Preises binnen rund fünfeinhalb Jahren, das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von etwas mehr als 20 Prozent, nachgerechnet aus den beiden genannten Werten. Über den gesamten Zeitraum von September 2011 bis Jänner 2026 ergibt sich eine Preissteigerung von rund 165 Prozent, das sind im Schnitt etwa 7 Prozent pro Jahr. Wie es von diesem Stand aus weitergeht, lässt sich aus der Vergangenheit nicht ableiten, wohl aber, welche Faktoren die Richtung bestimmen.

Warum Gold keine Zinsen zahlt und was daraus folgt

Anders als ein Sparbuch oder eine Anleihe wirft Gold während der Haltedauer keinen laufenden Ertrag ab. Es gibt weder Zinsen noch Dividenden, der einzige mögliche Gewinn entsteht über die Wertentwicklung des Metalls selbst. Diese eine Eigenschaft ist der Ausgangspunkt für fast alles, was den Goldpreis mittel- bis langfristig bewegt: Jede Alternative, die stattdessen einen laufenden Ertrag bringt, etwa ein Sparbuch oder eine Anleihe, wird für Anleger umso attraktiver, je höher die Verzinsung dieser Alternativen ausfällt. Damit ist bereits der wichtigste Treiber angesprochen: die Realzinsen.

Realzinsen als wichtigster Treiber

Der Realzins ist der Zins nach Abzug der Inflation. Steigt er, steigen die Opportunitätskosten dafür, Gold statt einer verzinsten Anlage zu halten, denn Gold selbst bringt in dieser Zeit keinen Ausgleich. Sinken die Realzinsen oder werden sie sogar negativ, verliert eine verzinste Anlage ihren Vorteil gegenüber Gold, weil der reale Wertverlust bei beiden droht, nur dass Gold zusätzlich als Sachwert gilt. Dieser Zusammenhang gilt nicht in jeder Phase gleich stark. In manchen Marktlagen bewegt sich der Goldpreis auch bei stabilen oder steigenden Realzinsen nach oben, wenn andere Treiber, etwa geopolitische Risiken, stärker wirken. Die Realzinsen sind damit ein wichtiger, aber kein alleiniger Faktor.

Zentralbanken als Käufer

Ein Treiber, der in den vergangenen Jahren deutlich an Gewicht gewonnen hat, sind die Käufe der Notenbanken selbst. Nach Zahlen des World Gold Council kauften Zentralbanken weltweit 2024 rund 1.092 Tonnen Gold, 2025 waren es 863 Tonnen, beides deutlich über dem historischen Durchschnitt der Jahre davor. Die weltweite Goldnachfrage insgesamt erreichte 2024 mit rund 4.974 Tonnen einen neuen Rekord. Als Gründe nennt der World Gold Council die strategische Diversifikation der Reserven weg von einzelnen Währungen sowie anhaltende wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheit. In einer Umfrage des World Gold Council unter Zentralbanken für 2025 gaben 95 Prozent der Befragten an, dass sie mit weiter steigenden weltweiten Goldreserven rechnen. Diese strukturelle Nachfrage unterscheidet sich von der privaten Anlagenachfrage, weil Zentralbanken kaum kurzfristig wieder verkaufen und ihre Käufe damit dauerhaft Bestand am Markt binden. 2025 war die Nationalbank Polens bereits das zweite Jahr in Folge die größte Einzelkäuferin mit 102 Tonnen, gefolgt von der Nationalbank Kasachstans mit 57 Tonnen, dem höchsten Jahresergebnis dieses Landes seit 1993, und der Zentralbank Brasiliens mit 43 Tonnen, die damit erstmals seit 2021 wieder als Käuferin auftrat. Auch die Notenbanken der Türkei, Chinas und Tschechiens gehörten zu den größeren Käufern des Jahres. Dass so unterschiedliche Länder gleichzeitig zukaufen, unterscheidet die aktuelle Phase von früheren Zyklen, in denen die Nachfrage stärker von einzelnen großen Käufern abhing.

Der Dollarkurs und was er für Anleger im Euroraum bedeutet

Gold wird international in US-Dollar gehandelt. Sinkt der Dollarkurs gegenüber anderen Währungen, wird Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums rechnerisch günstiger, was die Nachfrage stützen kann, selbst wenn sich am Dollarpreis nichts ändert. Für Anlegerinnen und Anleger im Euroraum bedeutet das: Der Euro-Preis für Gold hängt von zwei Bewegungen gleichzeitig ab, dem Dollarpreis des Goldes selbst und dem Wechselkurs zwischen Euro und Dollar. Ein starker Dollar kann einen steigenden Golddollarpreis für Euro-Anleger teilweise oder ganz auffressen, ein schwacher Dollar kann ihn zusätzlich verstärken. Wer den Goldpreis nur in einer Währung verfolgt, sieht deshalb nur die halbe Bewegung.

Gold in Krisenzeiten: was die Daten zeigen

Gold gilt als sicherer Hafen in Krisenzeiten, und historische Daten stützen das zumindest für den kurzfristigen Effekt: Bei zwölf geopolitischen Risikoereignissen seit 1990 legte der Goldpreis im Monat nach dem jeweiligen Ereignis im Schnitt um rund 4 Prozent zu und schlug damit auch die Wertentwicklung langfristiger Staatsanleihen in vergleichbaren Phasen. Das ist eine Beobachtung aus der Vergangenheit, keine Zusicherung für künftige Krisen, und sie sagt nichts darüber aus, wie sich der Preis in ruhigeren Marktphasen entwickelt. Die Coronakrise 2020 zeigt zusätzlich, dass auch geldpolitische Reaktionen auf eine Krise, nicht nur die Krise selbst, den Goldpreis bewegen können: Der Sprung über 2.000 Dollar im August 2020 fiel in eine Zeit extrem lockerer Geldpolitik weltweit.

Physisch oder als Wertpapier: die Wege ins Gold

Wer in Gold investieren will, hat grundsätzlich zwei Wege. Physisches Gold in Form von Barren oder Münzen liegt tatsächlich im Safe oder Bankschließfach, verursacht dafür aber Lager- und gegebenenfalls Versicherungskosten und lässt sich nicht in Sekundenschnelle verkaufen. Papierförmige Alternativen wie börsengehandelte, physisch mit Gold hinterlegte Wertpapiere bilden den Goldpreis nach, ohne dass Anlegerinnen und Anleger das Metall selbst in der Hand halten, dafür entfällt die eigene Lagerung. Eine dritte Variante sind Aktien von Goldminenunternehmen: Sie bilden die Goldpreisentwicklung nur indirekt ab, weil zusätzlich die Kosten, das Management und die Fördermenge des jeweiligen Unternehmens eine Rolle spielen, was die Aktien bei einem steigenden Goldpreis überproportional profitieren, bei einem fallenden Preis aber auch überproportional verlieren lässt (finanztip.de). Wer stattdessen in klassische Wertpapiere wie Aktien einsteigt, sollte sich dieses Unterschieds zwischen direkter Preisabbildung und unternehmerischem Risiko bewusst sein, bevor er Goldminenaktien mit Gold selbst gleichsetzt.

Bei der Wahl zwischen physischem Gold und einem börsengehandelten Wertpapier spielt vor allem die Frage eine Rolle, wie das Gold verwahrt wird und wer im Fall einer Insolvenz des Anbieters darauf zugreifen kann. Physisches Gold im eigenen Bankschließfach oder Zuhause unterliegt keinem Kontrahentenrisiko, verursacht aber laufende Kosten für Lagerung oder Versicherung und lässt sich nicht ohne Weiteres in kleinen Teilbeträgen verkaufen. Ein Wertpapier ist dagegen jederzeit börsentäglich handelbar und in beliebiger Stückelung teilbar, hängt aber von der Struktur des jeweiligen Produkts ab: Ob tatsächlich physisches Gold hinterlegt ist und wie das im Detail abgesichert ist, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter und sollte vor dem Kauf im Produktblatt nachgelesen werden, nicht angenommen werden.

Umsatzsteuer: warum Anlagegold befreit ist

Ein praktischer Unterschied zu anderen Anlage- und Edelmetallformen betrifft die Steuer beim Kauf: Anlagegold ist von der Umsatzsteuer befreit, sowohl bei der Einfuhr als auch beim innergemeinschaftlichen Erwerb. Für Goldmünzen gelten dabei die Bedingungen nach § 6 Abs. 1 Z 8 lit. j UStG 1994, das Finanzministerium veröffentlicht dazu jährlich eine Liste der befreiten Münzen (WKO). Das ist ein echter Unterschied zu anderen Sachwerten: Auf einen Silberbarren fällt Umsatzsteuer an, auf Anlagegold nicht. Ob für den späteren Verkauf von physischem Gold aus dem Privatvermögen eine Spekulationsfrist gilt, ist eine andere Frage als die Umsatzsteuer beim Kauf und sollte vor einem Verkauf gesondert bei einer Steuerberatung geklärt werden, weil sich die Regeln für Wertpapiere und physische Sachwerte hier unterscheiden können.

Was Gold im Depot leisten kann und was nicht

Gold zahlt keine Zinsen, keine Dividenden, und sein Wert hängt von Faktoren ab, die sich gegenseitig verstärken oder aufheben können, von Realzinsen über Zentralbankkäufe bis zum Dollarkurs. Was die Daten zu vergangenen Krisen zeigen, ist eine Tendenz zur kurzfristigen Widerstandsfähigkeit in Stressphasen, keine Garantie für eine bestimmte Wertentwicklung in ruhigeren Zeiten. Wer Gold im Depot hat oder erwägt, sollte diesen Unterschied zwischen historischem Muster und zukünftiger Gewissheit im Kopf behalten und sich nicht von der jüngsten Kursentwicklung zu einer Erwartung für die kommenden Jahre verleiten lassen. Den aktuellen Kurs und seine Tagesbewegung finden Sie im Beitrag zum Goldpreis, während der Beitrag zum Investieren in Gold die praktischen Kaufwege im Detail behandelt.

Preisangaben und Ereignisse mit Datum: ORF (August 2020), derStandard (Jänner 2026). Zentralbankkäufe und Nachfragedaten: World Gold Council. Realzinsen, Bullenmarkt 2002 bis 2012 und Krisendaten seit 1990: J.P. Morgan Asset Management. Umsatzsteuerbefreiung: WKO. Unterschied Gold-Wertpapiere und Goldminenaktien: finanztip.de. Prozentangaben zur Preisentwicklung zwischen den genannten Terminen mit Python nachgerechnet, keine Prognose für die künftige Entwicklung.

Passend dazu

  • Investieren in Gold
  • Goldpreis

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